Siemens-Campus: eine Chance für Erlangen und ein Auftrag zur Bürgerbeteiligung!

Monatsspiegel April 2009 erschienen

Das Vorhaben der Firma Siemens, auf dem Gelände des heutigen Forschungszentrums im Süden einen neuen Stadtteil zu entwickeln, der Wohnen, Arbeiten und Freizeit für mehrere tausend Beschäftigte miteinander verbindet, ist eine große Chance für unsere Stadt. Die Entscheidung ist nicht nur ein klares Bekenntnis von Siemens zum Standort, sondern sie bietet auch vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten für Erlangen.

Die Umsetzung der Siemens-Pläne im Stadtsüden ist eng mit stadtplanerischen, verkehrspolitischen (z. B. StUB) und wohnungspolitischen Maßnahmen im gesamten Stadtgebiet verbunden. Es kommt zu Veränderungen an den Standorten der FAU (z.B. im Zollhausviertel) und in der gesamten Innenstadt. Institute werden aus Bereichen abwandern, die zur Zeit völlig auf die Hochschuleinrichtungen und die Bedürfnisse der Menschen ausgerichtet sind, die dort arbeiten und studieren. Gleichzeitig werden z.B. im Bereich der südlichen Innenstadt die Kaufkraftströme der Siemens-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wegfallen.

„Dies alles erfordert kompetente, vorausschauende Planung und Entwicklung, bei denen frühzeitig die Bevölkerung mit ihren Ideen, Vorstellungen und Wünschen einzubeziehen ist. Es stimmt: Erlangen wird zum Teil umgebaut werden. Aber dieser Umbau muss transparent und im verbindlichen Dialog mit den Betroffenen erfolgen!“, skizziert SPD-Oberbürgermeister-Kandidat Florian Janik die Aufgabe, die auf die Kommunalpolitik zukommt.

Die Kommune muss nun, die Grundlage dafür legen, dass die Erwartungen von Siemens mit den Interessen der Bürgerschaft so weit wie möglich in Einklang gebracht werden. Dazu gehört die konsequente und vollständige Realisierung der Stadt-Umland-Bahn, die auch Siemens erwartet. Das Projekt muss umfassend angegangen und die bestehenden Planungen müssen auf Basis der erteilten Förderzusage vorangetrieben werden. „Weitere Ausflüchte des Oberbürgermeisters, die die StUB zu einer Stummel-Bahn zusammenstreichen, sind nichts anderes als eine Gefahr für den Wirtschaftsstandort Erlangen“, so Janik.

Entscheidend für das Gelingen des Projekts und all seiner Folgeprojekte wird es sein, die Menschen, die vom Umzug von Siemens direkt und indirekt betroffen sind, von Anfang an in den Diskussions-Prozess mit einzubeziehen. Janik und die Erlanger SPD werden dazu den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern suchen, informieren und zuhören. „Spitzengespräche sind wichtig, dabei darf es aber nicht bleiben. Der Siemens-Campus wird sich auf die gesamte Stadt auswirken und den Alltag sehr vieler Erlangerinnen und Erlanger verändern“, so Janik. „Die Menschen brauchen eine Plattform, um darüber zu diskutieren.“