Energiewende darf nicht scheitern!

Philipp Dees und Angelika Weikert bei den Erlanger Stadtwerken

Philipp Dees und Angelika Weikert bei den Erlanger Stadtwerken

„Die Energiewende droht zu scheitern, weil die schwarz-gelben Regierungen in Bund und Land nicht die notwendigen politischen Rahmenbedingungen schaffen“, befürchtet die Landtagsabgeordnete Angelika Weikert. Weikert, die für die SPD-Landtagsfraktion den Stimmkreis Erlangen betreut, führte gemeinsam mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Dr. Florian Janik und dem SPD-Landtagskandidaten Philipp Dees in Erlangen jüngst Fachgespräche zum Thema Energieversorgung. Zu den Gesprächspartnern gehörten Prof. Dr. Wolfgang Arlt, Leiter des Energiecampus Nürnberg, und Wolfgang Geus, Vorstandvorsitzender der Erlanger Stadtwerke.

„Die gesetzlichen Rahmenbedingungen, innerhalb derer die Energiewirtschaft arbeitet, stammen noch aus der Zeit vor dem breiten gesellschaftlichen Konsens für den Atomausstieg“, sagte SPD-Landtagskandidat Philipp Dees. Dees, der beruflich als Energieökonom tätig ist, fordert rasche Änderungen: „Dass Privathaushalte und Kleinunternehmen übermäßig belastet werden, während die Industrie ungeschoren davon kommt, kann nicht sein.“ Zudem müssten gesetzliche Anreize für die Investition in Netze und Speichertechnologien geschaffen werden.

Beeindruckt zeigten sich die Sozialdemokraten von den großen Investitionen der Erlanger Stadtwerke in regenerative Energieerzeugung. SPD-Fraktionsvorsitzender Florian Janik forderte, dezentrale Energieerzeuger zu stärken. „Die Energiewende bietet große Chancen, Energieversorgung dezentral zu gestalten. Wenn die Energiewende erfolgreich sein soll, muss Stadtwerken und Genossenschaften eine Schlüsselrolle zukommen. Sie müssen deshalb dringend besser in die Entscheidungsprozesse auf Bundes- und Landesebene einbezogen werden und brauchen mehr Förderung.“

Auf großes Interesse stießen bei den Sozialdemokraten zudem die Forschungen, die im Rahmen des Energie-Campus Nürnberg in den Erlanger Lehrstühlen für Verfahrenstechnik durchgeführt werden. „Hier werden die Zukunftstechnologien erforscht, die zur dezentralen Speicherung von Energie notwendig sind. Innovative Speichermethoden werden die Akzeptanz der Energiewende weiter erhöhen“, zeigte sich Weikert sicher. Sie seien ein wichtiger Beitrag dazu, die Verlegung neuer Stromtrassen auf das Notwendigste beschränken. „Wir brauchen dringend eine verlässliche Finanzierungsgrundlage für diese Projekte. Es darf nicht sein, dass auf Grund gestaffelter Auszahlungen von Forschungsmitteln Pilotanlagen zur Erforschung von Speichertechnologien nicht umgehend gebaut werden können“, sagte Weikert. Der Energie-Campus sei auf Projekte mit fester Laufzeit gegründet. Es sei deshalb wichtig, eine langfristige Perspektive mit einer ausreichenden Grundförderung zu geben.