Wie geht es weiter mit den Erlanger Bädern? SPD stellte aktuelle Entwicklungen zur Diskussion

Im Rahmen eines von der Erlanger SPD organsierten Stadtgesprächs wurde versucht, die weitere Entwicklung der Erlanger Bäder aufzuzeigen. Bevor die ca. 90 erschienenen interessierten Bürgerinnen und Bürgern ihre Fragen, Kritik und Anliegen loswerden konnten, legten der Vorsitzende der Erlanger Stadtwerke Herr Matthias Exner und der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion Dr. Florian Janik ihre Standpunkte dar.

Als erster Redner schilderte Herr Exner die aktuelle Bädersituation aus der Sicht der Stadtwerke, die nach dem von der SPD unterstützten Bürgerentscheid gegen die Bäderprivatisierung im Jahre 2005, den Betrieb der städtischen Bäder mit gemischten Gefühlen übernommen hatten. Exner betonte, dass für den Erhalt der Bäder zwar Geld im städtischen Haushalt vorgesehen sei, jedoch mit Blick auf anstehende Schulsanierungen andere Projekte in der Prioritätenliste ganz oben stehen. Für die Planungen des Um- bzw. Erweiterungsbau des Freibad West hin zu einem Familienbad wurden auf Initiative der SPD-Fraktion 300.000 Euro in den Haushalt 2012 eingestellt. Mit der Konzeption wollen die Stadtwerke, sobald das Geld verfügbar ist, ein Architektenbüro beauftragen, und die Bürgerinnen und Bürgern in die Planungen einbezogen werden.

Florian Janik betonte, dass die Ergänzung und Umgestaltung des Freibad West durch den Neubau eines Hallenbades alternativlos sei. Nur so können, seiner Ansicht nach, ausreichend Raum für Schul- und Vereinssport bereitgestellt werden. Die Schließung des Hallenbad Frankenhof in der Stadtmitte aufgrund der hier notwendigen Investitionssumme in Höhe von neun Millionen Euro für eine Sanierung sahen sowohl Exner als auch Janik als unausweichlich. Neben der Hannah-Stockbauer-Halle im Röthelheimbad soll es aber nach Schließung des Frankenhofes weiterhin ein zweites Hallenbad in der Stadt geben. Für den Neubau eines Hallenbades im Westen der Stadt spricht der enorme Bevölkerungszuwachs in diesem Gebiet.

Allerdings verschwieg Janik nicht, dass die Erweiterung des Westbades auch mit negativen Effekten für die Bürgerinnen und Bürger verbunden sein wird. So wird binnen einer Übergangszeit von ein bis zwei Jahren nur ein Bad in Erlangen geben. Denn während der ca. einjährigen Bauarbeiten müsse das Freibad West geschlossen bleiben. Zusammen mit den Vereinen und Anwohnern soll hier über eine für alle Seiten verträgliche Lösung nachgedacht werden. Janik betonte, dass die Stadt für das Bad im Westen nicht alle Kosten tragen kann, sondern eine Fianzierung über den Haushalt der Erlanger Stadtwerke angedacht sei. Die ESTW nehmen dazu einen Kredit auf, für welchen die Stadt Erlangen die Bürgschaft übernimmt, sowie sich an Zins und Tilgung beteiligt.

Im Dialog mit den Anwesenden stellten sich vor allem die Öffnungszeiten der Bäder als großes Ärgernis heraus. Herr Exner versprach, dass dieses Thema im Aufsichtsrat thematisiert werde und die ESTW bemüht sind hier eine angemessene Lösung zu finden.