Wahlen 2018: Kreisverband schlägt Philipp Dees und Gisela Niclas vor

Philipp Dees und Gisela NiclasMit großer Mehrheit hat die Kreismitgliederversammlung die Vorschläge für die Landtags- und Bezirkstagswahl 2018 gemacht. Der endgültige formale Beschluss fällt bei der Stimmkreisdelegiertenkonferenz am 21. November, bei der auch die Ortsvereine Möhrendorf und Heroldsberg vertreten sind.

Philipp Dees wurde mit 100 Prozent als SPD-Landtagskandidat nominiert. Er ist SPD-Stadtrat, dort Sprecher für die Bereiche Stadtplanung und Wohnen und arbeitet als Wirtschaftswissenschaftler mit dem Schwerpunkt Energiewirtschaft an der Universität Erlangen.

Zwei Drittel der Delegierten votierten für die amtierende Bezirksrätin, Stadträtin und Sozialexpertin Gisela Niclas als SPD-Bezirkstagskandidatin. Niclas setzte sich damit klar gegen Jens Schäfer aus Kriegenbrunn durch. Die ehemalige Bürgermeisterin und Sozialreferentin der Stadt Erlangen bringt ein hohes Maß an Engagement für soziale Fragen und einen großen Bekanntheitsgrad in Erlangen in den anstehenden Wahlkampf ein.

„Ich freue mich über das tolle Ergebnis für beide Kandidaten“, so Oberbürgermeister Dr. Florian Janik „Wir gehen bestens aufgestellt und hoch motiviert in die anstehenden Wahlen.

In kurzen Vorstellungsreden hatten beide Kandidaten ihre Schwerpunkte skizziert. Dees setzte sich dabei auch mit dem Rechtsruck in der Gesellschaft auseinander: „Wir erleben, wie die CSU, wie gerade Horst Seehofer, Markus Söder und auch Joachim Herrmann Argumente von ganz rechts übernehmen. Wohin das führt, haben wir gerade in Österreich gesehen: Man nimmt den Rassisten und Menschenfeinden ihre Argumente nicht weg, wenn man sie nachspricht. Sondern man macht sie gesellschaftsfähig.“

Um dem Rechtsruck und der Spaltung der Gesellschaft entgegenzutreten, brauche es einen völlig anderen Ansatz: „Wir müssen Vertrauen zurückgewinnen. Das geht nur, wenn wir die wahren Ursachen von Problemen benennen und dann konkrete, wirksame Lösungen anbieten. Zum Beispiel: Niemand von denen, die keine angemessene, bezahlbare Wohnung finden hat deshalb das Problem, weil in Bayern Geflüchtete leben. Sondern er hat dieses Problem, weil über Jahrzehnte viel zu wenig bezahlbare Wohnungen gebaut wurden – weil die Staatsregierung hier nichts getan hat, sogar noch den Wohnungsbestand der Bayerischen Landesbank verscherbelt hat. Und die Lösung ist doch klar: Es muss endlich wieder mehr in den Wohnungsbau investiert werden, und zwar gerade für die, für die der ‚freie Markt‘ keine bezahlbaren Wohnungen schafft. So, wie wir das in Erlangen vormachen.“

Gleiches gelte auch für andere Politikfelder, so Dees: „Wir brauchen endlich einen geförderten Arbeitsmarkt, der Menschen, die seit Jahren, teils Jahrzehnten keine Arbeit mehr finden können, eine Perspektive gibt: In geförderter, sozialversicherungspflichtiger Arbeit. Die Aufgaben in unserer Gesellschaft sind da. Es fehlt nur der Wille, sie umzusetzen. Und bei der Bildung brauchen wir endlich individuelle Förderung und eine funktionierende, verlässliche Ganztagsschule: Denn das bayerische Bildungssystem ist zwar gut: Aber es macht vor allem die schon Starken noch stärker, und die Schwachen, diejenigen, die nicht aus einen schon gut gebildeten Elternhaus kommen, fallen viel zu oft aus dem System heraus.“

Zuletzt, so Dees, ginge es auch um einen anderen Politikstil: „Die Menschen wollen, dass mit ihnen gesprochen wird. Dass ihren Sorgen und Nöten zugehört und mit ihnen über Lösungen diskutiert wird. Auch hier machen wir in der Erlanger Kommunalpolitik schon viel vor. Ich möchte meinen Wahlkampf und den der bayerischen SPD auch so gestalten: Dialogorientiert und das Gespräch mit den Menschen suchend. Nur so kann es gelingen, das Vertrauen von Menschen in die Politik zurückzugewinnen und damit die Spaltung unserer Gesellschaft zurückzudrängen.“

„Der Bezirkstag braucht andere politische Mehrheiten,“ forderte Gisela Niclas in ihrer Vorstellungsrede: „Ziel ist Sicherung gleicher Lebensbedingungen für Menschen mit Behinderung inmitten der Gesellschaft, Teilhabe von Anfang an. Gefordert ist neues Denken und Handeln, ganz gleich ob es um Frühforderung, Bildung und Schule, Mobilität, Wohnen, Leben mit Assistenz, Integration in den ersten Arbeitsmarkt oder anderes geht. Die Sicherung der Qualität der Eingliederungshilfe in Mittelfranken für Menschen mit Behinderung hat für uns Sozialdemokraten im Bezirkstag oberste Priorität. Sie muss berechenbar für die Betroffenen und die Einrichtungen und Dienste bleiben. Eingliederungshilfe nach Kassenlage lehnen wir ab.“