SPD im Großraum fordert: Stadt-Umland-Bahn muss kommen

Straßenbahn zwischen Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach brächte täglich 13.000 neue Fahrgäste für den ÖPNV

Die Fraktionsvorsitzenden vor einer Straßenbahn mit der Aufschrift „Erlangen“

Fordern eine Stadt-Umlandbahn (von links): Christian Vogel, Dr. Florian Janik, Jörg Bubel und Curd Blank

Die SPD hat sich klar eine Stadt-Umlandbahn zwischen Nürnberg, Erlangen und dem Landkreis Erlangen-Höchstadt ausgesprochen. Einen Tag, nachdem der VGN neue Zahlen veröffentlichte, die den volkswirtschaftlichen Nutzen der seit langem diskutierten Straßenbahn-Verbindung belegen, haben sich die Fraktionsvorsitzenden der Städte Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach sowie der Vorsitzende der Kreistagsfraktion gemeinsam zum Verkehrsprojekt bekannt. Sie wünschen sich, in zehn Jahren zusammen mit der Straßenbahn von Nürnberg nach Erlangen und vielleicht sogar schon in den Landkreis Erlangen-Höchstadt bis Herzogenaurach fahren zu können.

Der Nürnberger Fraktionsvorsitzende Christian Vogel hob hervor, dass die neue Straßenbahnverbindung täglich 13.000 neue Fahrgäste für den ÖPNV bringen würde. Sein Erlanger Kollege Dr. Florian Janik betonte, dass die Hugenottenstadt ohne eine leistungsstarke Schienenverbindung die Masse der Pendler nicht mehr bewältigen könne. 60.000 Menschen fahren täglich zu ihren Arbeitsstellen nach Erlangen und 15.000 Erlanger fahren zum selben Zweck morgens aus der Stadt heraus und im Laufe des Tages wieder hinein. Die Verkehrsbelastung sei damit immens. Jörg Bubel, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Kreistag Erlangen-Höchstadt sagte, dass die Region Schritt halten müsse mit der ihrer wirtschaftlichen Entwicklung dem Bevölkerungswachstum. Das Vorhaben sei daher eindeutig "sinnvoll und notwendig". Curd Blank, Chef der Rathaus-SPD Herzogenaurach erinnerte daran, dass die Stadt zwar drei Weltfirmen (Adidas, Puma und Schäffler) beheimate, aber keinerlei Schienenverbindung besitze. Das Verkehrssystem sei am Limit dessen, was es leisten kann. Hinzu kommt, dass in den nächsten Jahren weitere 1.000 Arbeitsplätze in Herzogenaurach entstehen sollen - was natürlich sehr zu begrüßen ist, aber verkehrstechnisch bewältigt werden muss.

Alle vier SPD-Vertreter forderten daher unisono, dass die Weichen nun in allen Städten und auf allen Ebenen für die Stadt-Umlandbahn gestellt werden müssen. Der Stadtrat von Herzogenaurach hat bereits einen Beschluss pro Bahn gefasst. Der Kreistag sowie die Städte Nürnberg und Erlangen sollen nun bis zur Sommerpause folgen.

Voraussetzung ist jedoch, dass die anderen politischen Kräfte mitziehen. An sie appellierten die SPD-Kommunalpolitiker sich im Sinne der Region dringend für das ÖPNV-Projekt zu entscheiden.

Ein Bussystem kommt aus Sicht der SPD als Alternative nicht in Frage. "Der Bus steht mit den Autos auf den Straßen im Stau. Außerdem würde der Bus nur halb so viele neue Fahrgäste anlocken", erklärte Christian Vogel.

Die Finanzierung einer Stadt-Umland-Bahn könnte zum Beispiel über einen gemeinsamen Zweckverband oder eine andere Rechtsform der beteiligten Gebietskörperschaften organisiert werden. Die Haushalte der Städte würden somit nicht über Gebühr strapaziert, glaubt Dr. Florian Janik. Für ihn ist die Stadt-Umland-Bahn eine Gelegenheit, bei der die CSU zeigen kann, dass sie es mit dem Klimaschutz und der Energiewende wirklich ernst meint.