„Ein guter Tag für Erlangen“: Stadtrat trifft Grundsatzbeschluss für die Stadt-Umland-Bahn

Gemeinsam für die Stadt-Umland-Bahn: Dr. Florian Janik (2. von links) mit SPD-Vertretern aus Nürnberg, Erlangen-Höchstadt und Herzogenaurach

Mit einer am Ende doch deutlichen Mehrheit von 29 zu 21 Stimmen hat der Stadtrat in seiner letzten Sitzung beschlossen, den Bau einer Stadt-Umland-Bahn zwischen Erlangen, Herzogenaurach, Uttenreuth und Nürnberg-Nord (Am Wegfeld, künftiger Endhaltepunkte der Nürnberger Straßenbahnlinie 4) zu unterstützen. „Das ist ein guter Tag für Erlangen“, kommentierte der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, Dr. Florian Janik, das Ergebnis: „Der Stadtrat hat heute den Weg frei gemacht für ein modernes und ökologisches Verkehrsmittel, das helfen wird, die Verkehrsbelastung in Erlangen zu reduzieren.“

Der Stadtratsbeschluss markiert allerdings zunächst nur den Einstieg in weitere Planungen zur Realisierung der Stadt-Umland-Bahn. So muss nun zunächst die Finanzierung geklärt werden, insbesondere die Höhe der Zuschüsse durch Bund und Land sowie die Aufteilung der verbleibenden Kosten zwischen den beteiligten Gebietskörperschaften Erlangen, Erlangen-Höchstadt und Nürnberg. Daneben müssen die Details der Streckenplanung ausgearbeitet werden. Frühestens 2013 wird sich endgültig entscheiden, ob die Stadt-Umland-Bahn kommt.

Die SPD hat sich intensiv für die Stadt-Umland-Bahn eingesetzt und auch Wege aufgezeigt, wie die Kosten für die Stadt – einschließlich Betriebskosten und Amortisation der Investitionskosten eine Belastung von ca. 6 Millionen Euro jährlich – finanziert werden können. Dr. Florian Janik kritisierte in der Stadtratssitzung nochmals die Blockadehaltung des amtierenden Oberbürgermeisters Siegfried Balleis (CSU): „Balleis hat mit allen Tricks versucht, eine Mehrheit gegen die Stadt-Umland-Bahn zu organisieren: Mit sachlich falschen Aussagen zu den Kosten und angeblichen Kostensteigerungen genauso wie mit einer tendenziösen Umfrage, die allerdings trotzdem eine Mehrheit für die Stadt-Umland-Bahn erbracht hat. Aufgabe eines Oberbürgermeisters wäre es dagegen gewesen, sachlich die Vor- und Nachteile abzuwägen und engagiert die Möglichkeiten für eine Finanzierung des Projekts zu prüfen und mit den anderen Beteiligten zu verhandeln.“ Erfreulich sei, dass der Oberbürgermeister für seine Haltung keine Mehrheit im Stadtrat gefunden habe und auch zwei Stadträtinnen der CSU für das Projekt gestimmt hätten.

Die Stadt-Umland-Bahn geht zurück auf ein Verkehrsprojekt Anfang der 1990er Jahre, noch in der Amtszeit des SPD-Oberbürgermeisters Dr. Dietmar Hahlweg. Mit Amtsantritt von Siegfried Balleis wurde das Projekt zunächst nicht weiterverfolgt, in den letzten Jahren dann aber durch die Aktivitäten vieler Bürgerinnen und Bürger, Initiativen der Städte Nürnberg und Herzogenaurach und auch die Aktivitäten der SPD Erlangen wieder in die politische Diskussion gebracht. Eine Wirtschaftlichkeitsstudie ergab im Frühjahr diesen Jahres, dass die Stadt-Umland-Bahn mit den Endpunkten Am Wegfeld, Herzogenaurach und Uttenreuth rentabel ist. Ein längerer Ostast bis Neunkirchen oder Gräfenberg erfüllt nicht die für eine Förderung notwendigen Kriterien.