Alles so schön grau hier? Infoveranstaltung am Frauenauracher Herdegenplatz

Am 17. September fand in Frauenaurach eine Veranstaltung aus der Reihe „Auf die Plätze“ statt, die sich mit dem Herdegenplatz befasste. Der Einladung folgten trotz sehr schlechtem Wetters etwa ein Dutzend Bürger, die leider aufgrund des Starkregens in das nahe gelegenen Gasthaus ausweichen mussten, wo man sich dann aber dafür im Warmen mit dem Platz beschäftigen konnte.

Nach einer kurzen Einführung durch den stellvertretenden Vorsitzenden Jens Schäfer und ein paar einleitenden Worten durch den Stadtrat Philipp Dees hätte die Veranstaltung auch beinahe schon wieder vorbei sein können, denn keiner der anwesenden Bürger hatte im ersten Moment etwas am Platz auszusetzen. Ja okay, ein richtiger Ortsmittelpunkt wie noch vor einigen Jahren ist der Platz nicht mehr wirklich und eigentlich wird er auch nur zum Parken benutzt, aber ist das wirklich so schlimm? Nach und nach kamen dann aber doch einige Vorschläge zusammen, so dass eineinhalb Stunden wie im Flug vergingen.

So wurde z.B. gefragt, ob der eigentlich unbenutzte Bürgersteig auf der Nordseite des Herdegenplatzes vor dem alten Schloss nicht für einen Grünstreifen entfernt werden könnte. Oder ob es Gelder der Stadt für eine Fassadenrenovierung der Anlieger gibt, um die historischen Gebäude zu renovieren und erhalten.

Eine Besonderheit, die es vermutlich so nur in Frauenaurach gibt, ist der „Platz im Platz“. Auf bzw. neben dem Herdegenplatz ist eine städtische Grünfläche, die das ganze Jahr über brach liegt und nur am Kerwawochende für das Karusell genutzt wird. Schnell war man sich einig, dass dieser Platz durchaus Potential für Verbesserungen hat, allerdings nicht in seiner kulturellen Nutzung eingeschränkt werden sollte.
Eine weniger schöne Seite des Herdegenplatzes ist auch der Grund für die Überschrift der Veranstaltung. Ein Platz, der von den meisten nur zum Parken genutzt wird, ist im Grunde eben nicht mehr als ein Parkplatz. Und einen Parkplatz brauchen zwar z.B. die Gäste des Hotels, aber auch nicht einfach wild am Straßenrand. Der Vorschlag, auf einer Seite des Platzes feste Parkplätze vorzusehen, um den Rest dafür autofrei zu bekommen, sahen manche aber skeptisch.

Als ein Bürger den alten Brunnen in der Nähe des Platzes ansprach und fragte, ob dieser nicht wenigstens mal gestrichen werden könne, und ein anderer über die schlecht geschnittenen Büsche auf einem öffentlichen Weg sprach, kam die Idee eines „Stadtteilhausmeisters“ auf. Jedes öffentliche Gebäude hat eine Person, die sich um die Angelegenheiten kümmert, warum gibt es niemanden, der für einen Stadtteil verantwortlich ist?
Mit allen Themen wird sich die Frauenauracher SPD weiter auseinandersetzen. Was ist tatsächlich im Interesse aller? Was ist schnell umsetzbar und was sind größere Projekte, die einen längeren Zeitraum und eigene Haushaltsmittel benötigen? Und welche Themen sind uns als SPD besonders wichtig und bedürfen vielleicht auch einer weiteren öffentlichen Veranstaltung?