AG 60plus traf Delegation aus der Partnerstadt Jena

Gemeinsame Teilnahme am Festakt 25 Jahre Wiedervereinigung in Erlangen

Die Delegation aus Jena und ihre Gastgeber aus Erlangen vor dem August-Bebel-Haus der Erlanger SPDAm Festakt zu 25 Jahren Wiedervereinigung in Erlangen nahmen selbstverständlich Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft SPD 60plus aus beiden Partnerstädten teil, wie es seit der Gründung der Partnerschaft zwischen Erlangen und Jena guter Brauch ist. Einige der Erlanger Genossen nahmen die Gäste aus Jena an der Bushaltestelle „Altstadtmarkt“ in Empfang, während ein Mitglied als „Stallwache“ Plätze im Redoutensaal frei hielt, um den Gästen einen ungehinderten Blick auf das Programm zu ermöglichen.

Nach den obligatorischen Begrüßungsreden lenkte der Altoberbürgermeister Roehlinger aus Jena zielstrebig auf ein aktuelles Thema. Er entschuldigte den amtierenden Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schroeter für sein Fernbleiben bei dieser Veranstaltung, da dieser, just zur selben Zeit, wegen einer „Pegida-Veranstaltung“ unabkömmlich sei. Der Beifall der Anwesenden war sehr stark und signalisierte Zustimmung.

Die nun folgende Veranstaltung wurde von allen, die die Schreiberin der Zeilen befragt hatte, als äußerst gelungen bezeichnet. Vor allem gefielen die Turnerinnen aus Jena, die mit einem hervorragenden Programm ihr Können zeigten sowie das frei nach Friedrich Schiller inszenierte Stück über Schillers Lebenslauf. Die freiheitliche Idee Schillers und sein Aufbegehren gegen jede Art von Fremdbestimmung, die der Spielleiter hervorragend in die heutige Zeit versetzen konnte, riss zu Begeisterungsstürmen hin, so dass die Anwesenden sich nicht scheuten, gemeinsam die „Hymne an die Freude“ mitzusingen.

Nach dem Festakt und einer kleinen Verschnaufpause gingen die 60plus-Mitglieder zum Mittagessen in das vor kurzem eröffnete „Lesecafé“, ein alternatives Café im Altstadtmarkt, das vegetarische und vegane Speisen anbietet. Durch einen organisatorischen Fehler war das Lokal durch den Seniorenbeirat bereits besetzt, da die Sonne jedoch schien, erlaubten es die Temperaturen, draußen zu sitzen. Der Wirt war mit der Menge der Kunden nicht überfordert. So konnten wir noch aufmerksam den Ausführungen des Stadtrats Robert Thaler über den geplanten Campus der Firma Siemens lauschen.

Nach dem gedanklichen Streifzug zu den alten und bald neuen Gefilden von Technik und Forschung zog es uns an diesem Tag der Begegnungen und des Fests der Freundschaft zur Abschlussveranstaltung in die St. Matthäus-Kirche gegenüber dem „Platz der deutschen Einheit“ und dem Ohm-Brunnen.  Zunächst eine kurze ökumenische Andacht, die die Sänger der Matthäus-Kantorei gemeinsam mit dem Jenaer Knabenchor musikalisch gestalteten.

Darauf dann der angekündigte und tatsächliche kulturelle Höhepunkt: Das Konzert des Jenaer Knabenchores. Seit seinem Bestehen – 2016 wird er 40 – hat er sich einen guten Platz unter den großen und namhaften Knabenchören gesichert. Auch an diesem Abend zeigte er sich unter dem umsichtigen Dirigat von Berit Walther in bester Kondition. Müde Zuhörer wurden da schnell munter, angesteckt vom frischen Elan der jungen und jüngsten Sänger. Besonders aufhorchen ließ der ganz eigene Klang und besondere Glanz der Knabenstimmen, beeindruckend die ausgefeilte Gesangs- und subtil-differenzierte Ausdruckskunst.

Im Programm war eine Folge kleiner, aber feiner internationaler Chorsätze von volksliedhaftem Charakter und künstlerischem Anspruch, à cappella gehalten oder instrumental akzentuiert. Johann Sebastian Bach durfte nicht fehlen. Anrührend schlich der pastorale Choral „Jesu bleibet meine Freude“. Eher überbordende Freude bei rhythmischem Temperament dann zuletzt beim „afrikanischen Alleluja“ – große Begeisterung, nicht enden wollender Beifall.