Abschlussveranstaltung der Austellung „Tschernobyl – Verdrängte Katastrophe?“ des Juso-Unterbezirks

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Magdalena Lieb und Christian Schramek

Auf der Abschlussveranstaltung zur Ausstellung „Tschernobyl – Verdrängte Katastrophe?“ des Unterbezirks Erlangen der Jusos in der SPD am 27. August wurden in einem multimedialen Vortrag von Christian Schramek und Magdalena Lieb von der Uni Regensburg die gesundheitlichen, psychischen und sozialen Folgen des Reaktorunfalls erläutert. Beide waren an der Exkursion der Uni Regensburg zum Unglücksort beteiligt. Schramek leitete das vorbereitende Seminar.

Im Vortrag wurde insbesondere die Lebenssituation der so genannten „Liquidatoren“, der Männer und Frauen, die sich nach dem Reaktorunglück um die Eindämmung des Schadens kümmerten, dargestellt. Sofern diese noch leben, leiden sie unter schweren bis schwersten gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Zur Sprache kam auch die Evakuierung der Bevölkerung und die damit verbundenen Folgen.

In der Diskussion wurde auch die Frage nach der Verantwortbarkeit der weiteren Nutzung der Atomenergie thematisiert. Angesprochen wurde auch die kürzlich veröffentlichte Studie im Auftrag des Umweltministeriums, die statt einer Atomkraftrenaissance einen klaren Rückgang dieser Energieerzeugung sieht.

Unabhängig davon, zu welcher Meinung man in der Frage Atomkraft komme, sei es wichtig, sich mit den katastrophalen Folgen eines möglichen Super-GAUs zu beschäftigen, betonte der Juso-Unterbezirksvorsitzende Andreas Richter abschließend.

„Für die Jusos ist jedoch klar: Auch mit der um ein Vielfaches sichereren westlichen Technik ist ein Unfall nie auszuschließen. Dieses Risiko ist nicht akzeptabel. Daher muss der Weg des Atomausstiegs und des Ausbaus erneuerbarer Energien fortgesetzt werden. Und dies wird nur geschehen, wenn die SPD weiter an der Regierung beteiligt ist“, teilte Richter am Rande der Veranstaltung mit:  „Wie wir mittlerweile wissen, führt die Wahlniederlage der SPD nun zu einer atomenergiefreundlichen, aus den Warnfarben schwarz-gelb zusammengesetzten Bundesregierung. Zusammen mit der Umweltbewegung wird die SPD nun aus der Opposition heraus Druck machen müssen, damit der von der Mehrheit der BürgerInnen gewollte Atomausstieg in vier Jahren wieder fortgesetzt wird.“